{"id":106,"date":"2016-03-08T01:30:02","date_gmt":"2016-03-08T00:30:02","guid":{"rendered":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/?p=106"},"modified":"2016-03-08T23:04:10","modified_gmt":"2016-03-08T22:04:10","slug":"beitrag-im-jahrbuch-2010-der-stadt-adenau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/beitrag-im-jahrbuch-2010-der-stadt-adenau\/","title":{"rendered":"Beitrag im Jahrbuch 2010 der Stadt Adenau"},"content":{"rendered":"<h5>Besuch bei den Nachfahren der Auswanderer aus dem ehemaligen Kreis Adenau in Wisconsin \/ USA<\/h5>\n<p><strong>\u201eDo han me noch ens sch\u00f6n gestorch&#8230;\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Hermann Lehmann<\/p>\n<p>Es war vor gut 150 Jahren, als eine starke Auswanderungswelle aus der Eifel in die USA einsetzte. Viele ehemalige Bewohner des Altkreises Adenau zog es in ein kleines Gebiet im S\u00fcdosten Wisconsins. Dort, ca eine Autostunde n\u00f6rdlich von Milwaukee, leben noch heute viele Nachfahren dieser Auswanderer. Wenn Sie mit Hausnamen Schmitz, Jax, Wagner, Thelen etc, hei\u00dfen, dann ist die Wahrscheinlichkeit gro\u00df, dass dort, in der N\u00e4he des Ortes Fond du Lac, Verwandte von Ihnen wohnen.<!--more--><\/p>\n<p>Im Sommer 2009 fuhren zwei Eifeler und eine Westf\u00e4lin in dieses Gebiet. Karl-Josef Tonner aus Daun, Hermann Lehmann vom Heimat- und Zunftmuseum Adenau und Arnhild W\u00f6ste aus Warburg fuhren nach Wiconsin, um Kontakte zu kn\u00fcpfen, Informationen \u00fcber die Geschichte und das heutige Leben der Auswandererfamilien zu sammeln und um durch einen Vortrag Informationen \u00fcber die Eifel zu geben. Arnhild W\u00f6ste wusste von fr\u00fcheren Besuchen, wie gro\u00df das Interesse der deutschst\u00e4mmigen Amerikaner an der alten Heimat ist.<\/p>\n<p>Hier folgt der Bericht unserer Reise:<\/p>\n<p>Vom Frankfurter Flughafen ging es im Direktflug nach Chicago, wo uns Pater Mark Josef Costello, vom Kapuzinerkloster in Mont Calvary und Verwalter der beiden Niederlassungen in Chicago empfing.<\/p>\n<p>Nach einem dreit\u00e4gigen Zwischenstopp in Chicago, brachte uns Pater Mark Josef per PKW in den Nachbarstaat Wisconsin und zwar in das sogenannte \u201eHeilige Land\u201c. Diesen Spitznamen tr\u00e4gt das Gebiet \u00f6stlich von Fond du Lac, weil dort die D\u00f6rfer meist nach den Kirchen benannt wurden. Landschaftlich erinnert diese Gegend an die Eifel, so dass man gut verstehen kann, warum sich die ersten Eifeler von ihr angezogen f\u00fchlten und das Land urbar machten. Interessanterweise findet man noch viele ihrer Gr\u00e4ber. \u00dcberhaupt f\u00fchlt man sich bei einem Gang \u00fcber die dortigen Friedh\u00f6fe in die Eifel versetzt, weil auf den meisten Grabsteinen die aus der Heimat bekannten Namen stehen, oft mit Inschriften und Gedichten in deutscher Sprache.<\/p>\n<p>In Mont Calvary besuchten wir zun\u00e4chst die Eltern und Angeh\u00f6rige von Mark Josef, dessen Vorfahren m\u00fctterlicherseits aus Drees und der Bierschbachsm\u00fchle im ehemaligen Kreis Adenau stammten. Es gab einen herzlichen Empfang, und wir konnten die ersten deutschen Gespr\u00e4che, teilweise in Eifeler Dialekt f\u00fchren.<\/p>\n<p>Unsere Tage waren ausgef\u00fcllt mit Besuchen bei deutschst\u00e4mmigen Familien und mit Besichtigungen. Viele \u00e4lteren Amerikaner unterhielten sich mit den Besuchern auf Deutsch, allerdings meist im Eifeler Dialekt. Einer der H\u00f6hepunkte der Reise war ein Vortrag \u00fcber die Eifel, den \u00a0wir mit der Unterst\u00fctzung von Pater Mark Josef Costello hielten. Dank der guten \u00f6rtlichen Vorbereitung und Ank\u00fcndigung, u.a. in einem Live &#8211; Interviev im Lokalradio am Tag zuvor, fand die Veranstaltung ein enormes Echo. Es kamen mehr als 350 Zuh\u00f6rer, die teilweise eine mehrst\u00fcndige Anreise in Kauf genommen hatten. Auf gro\u00dfes Interesse stie\u00df auch die Ausstellung mit Bildern, Prospekten, Landkarten und B\u00fcchern \u00fcber die Eifel, die in enger Zusammenarbeit mit der \u00f6ffentlichen Bibliothek von Fond du Lac in Deutschland vorbereitet worden war. Karl-Josef Tonner konnte als passionierter Genealoge viele Fragen zu den Auswandererfamilien beantworten. Gekommen war unter anderen auch der Landrat Allen Buechel, dessen Vorfahren ebenso wie die seiner Frau alle aus der Eifel stammen. Er und viele andere versprachen, in allern\u00e4chster Zeit die Eifel zu besuchen.<\/p>\n<p>Als Antwort auf das Gru\u00dfschreiben des Adenauer B\u00fcrgermeisters Arnold Hoffmann, das ich den \u201eEifeler Auswandererfamilien\u201c \u00fcbermittelte, schrieb Landrat Buechel:<\/p>\n<p>\u201eIch schreibe diesen Brief mit gro\u00dfer Freude dar\u00fcber, Hermann Lehmann, Karl Josef \u2013Tonner und Arnhlid W\u00f6ste getroffen zu haben und ich bin sehr froh, dass Sie und ihre Botschafter wieder eine Verbindung herstellen mit jenen von uns, die Nachfahren von Personen sind, die aus der Eifel auswanderten. Meine Vorfahren hie\u00dfen Freund, Koenigs, Pulvermacher und Wirtz und die meiner Frau Morgen, Kraus, Schaefer, Weinreis und Sabel. Meine Frau und ich wuchsen in dem hier \u201edas Heilige Land\u201c des Fond du Lac Distrikts genannten Gebiet auf, zwischen den vielen anderen Nachfahren der Menschen aus Ihrer gro\u00dfartigen Region in Deutschland.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass ich in der Lage sein werde, Sie in naher Zukunft in der Stadt Adenau zu treffen und mehr zu lernen \u00fcber meine Vorfahren und mein Erbe. Als Landrat war es mein Privileg Hermann, Karl- Josef und Arnhild willkommen zu hei\u00dfen und Ihnen Gr\u00fc\u00dfe und die besten W\u00fcnsche aus der Heimat Ihrer amerikanischen Verwandten zu senden.<\/p>\n<p>In w\u00e4rmster Freundschaft<\/p>\n<p>Allen Buechel.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen hatten wir die M\u00f6glichkeit, eine gro\u00dfe Farm zu besichtigen, die auch heute noch von zwei Br\u00fcdern aus der Familie Thome, deren Vorfahren aus Nachtsheim stammten, bewirtschaftet wird.<\/p>\n<p>Bei einem Besuch in der Bibliothek in Fond du Lac wurden wir sehr herzlich von der Bibliothekarin Mary Lepp empfangen, sie war auch ma\u00dfgeblich an der Vorbereitung unserer Besuchsreise beteiligt. Wir konnten hier in der gro\u00dfen Abteilung \u00fcber die Auswanderergeschichte viele interessante Informationen bekommen.<\/p>\n<p>Nach einem Rundgang durch das Volkskunde &#8211; Museum in Fond du Lac rundete eine Schiffart \u00fcber den Winnebago \u2013 See mit kleinem Imbiss unseren Besuch in Fond du Lac ab. Dort trafen wir wieder viele inzwischen kennen gelernte Familien, die mit uns diese Fahrt machten. Zu den weiteren Programmpunkten unserer Besuchsreise durchs \u201eHeilige Land\u201c z\u00e4hlten mehrere Besuche bei dort lebenden Familien, Kirchen und Friedh\u00f6fen in den Orten St. Peter, St. Cloud, Johnsburg und Malone Auf den Grabsteinen fand man immer wieder Familiennamen, die typisch eiflerisch klangen. Die Inschriften waren teilweise sogar in Deutsch zu lesen, und vielfach fanden wir noch Grabm\u00e4ler von den ersten Einwanderern aus der Zeit um 1850.<\/p>\n<p>In Malone besuchten wir noch das dortige Heimatmuseum, durch das uns Elmar Thome, dessen Vorfahren ebenfalls aus dem kleinen Eifeldorf Nachtsheim stammten, f\u00fchrte. Dieses Museum wird, wie bei uns in Adenau, von einem Verein, der sich aus interessierten aktiven B\u00fcrgern aus der Region zusammensetzt, liebevoll unterhalten und betreut. Elmar Thome erz\u00e4hlte uns Geschichten aus der Gr\u00fcnderzeit und aus der Zeit als noch die Eisenbahn durch dieses Gebiet fuhr, er sprach teilweise in Deutsch mit typisch Eifeler Dialekt. Als Gastgeschenk \u00fcberreichten wir f\u00fcr das Museum eine Karte vom Altkreis Adenau und eine Gedenkm\u00fcnze \u201e1000 Jahre Adenau\u201c. Mit den Worten <strong>\u201eDo han me noch ens sch\u00f6n gestorch\u201c<\/strong> verabschiedeten uns Elmar Thome und seine Helfer vom Museum in Malone und versprachen, bei der n\u00e4chsten Reise in die Eifel auch einmal das Heimat- und Zunftmuseum in Adenau zu besuchen.<\/p>\n<p>Am letzten Tag stand noch der Besuch eines Volksfestes in St. Cloud auf dem\u00a0 Programm , das anl\u00e4sslich der Gr\u00fcndung des Ortes vor 100 Jahren gefeiert wurde. Wir sahen hier einen Festzug, woran sich alle D\u00f6rfer dieser Region mit Fu\u00dfgruppen und Festwagen beteiligten. Im dortigen Feuerwehrhaus sahen wir uns eine Ausstellung mit Bildern und Exponaten aus der Auswandererzeit an. Auch hier trafen wir immer wieder Leute an, die wir schon bei vorherigen Begegnungen kennen gelernt hatten.<\/p>\n<p>Bevor wir unsere Heimreise nach Deutschland antraten, veranstaltete unsere Gastgeberin Ester B\u00f6hnlein, deren Vorfahren aus Hohenleimbach; (fr\u00fcher W\u00fcstleimbach) kamen, mit Tochter Sandy noch eine Abschiedsparty, bei der wir uns von vielen liebenswerten Leuten aus dem \u201eHeiligen Land\u201c verabschieden und f\u00fcr die erlebte Gastfreundschaft bedanken konnten.\u201c Man versprach, in der n\u00e4chsten Zukunft auch einmal die Eifel zu besuchen.<\/p>\n<p>Bereits im Herbst 2009 kamen die Familien Costello und Thome mit 7 Personen und besuchten die Geburtsorte ihrer Vorfahren in Drees bzw. Nachtsheim. Zu diesem Besuch der Eifelregion geh\u00f6rte nat\u00fcrlich auch ein Besuch der ehemaligen \u00a0Kreisstadt Adenau. Nach einem Stadtrundgang wurden sie im Rathaus vom Altb\u00fcrgermeister Bernd Schiffarth begr\u00fc\u00dft. Auch f\u00fcr das Jahr 2010 sind gegenseitige Besuche geplant, so kommt im August die Bibliothekarin Mary Lepp von Fond du Lak mit Ehemann f\u00fcr einige Tage in die Eifel und Karl Josef Tonner aus Daun fliegt nach Wisconsin um die Kontakte dorthin zu erweitern. \/h.l. .<\/p>\n<p>F\u00fcr interessierte B\u00fcrger haben wir im Heimat-und Zunftmuseum Adenau eine Auflistung der Auswanderer-familien, die vor 150 Jahren nach Amerika auswanderten. Diese und weitere Informationen k\u00f6nnen zu den \u00d6ffnungszeiten des Museums eingesehen werden. Der Verein f\u00fcr Heimatpflege ist auch gerne bereit, bei der Suche nach Angeh\u00f6rigen der Auswanderer behilflich zu sein. Ansprechpartner f\u00fcr Anfragen sind:<\/p>\n<p>Bereich Adenau und Antweiler<br \/>\nVerein f\u00fcr Heimatpflege Adenau e.V.<\/p>\n<p>E. Mail: <a href=\"mailto:vorstand@heimatverein-adenau.de\">vorstand@heimatverein-adenau.de<\/a><br \/>\n<a href=\"mailto:lehmann.hermann@t-online.de\">lehmann.hermann@t-online.de<\/a><br \/>\n<a href=\"mailto:mako43@gmx.net\">mako43@gmx.net<\/a><br \/>\n<a href=\"mailto:volker.reppke@vulkan-reisen.de\">volker.reppke@vulkan-reisen.de<\/a><\/p>\n<p>Bereich Kelberg und Kempenich:<\/p>\n<p>Karl Josef Tonner Daun<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:kj_tonner@t-online.de\">kj_tonner@t-online.de<\/a><\/p>\n<p>Uwe Kruse Morswiesen<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:iris-uwe.kruse@t-online.de\">iris-uwe.kruse@t-online.de<\/a><\/p>\n<p>Hans G\u00fcnter Nett Nitz<br \/>\nE-Mail: h-g <a href=\"mailto:nett@t-online.de\">nett@t-online.de<\/a><\/p>\n<p>Hermann Lehmann Adenau<br \/>\nVerein f\u00fcr Heimatpflege Adenau e.V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuch bei den Nachfahren der Auswanderer aus dem ehemaligen Kreis Adenau in Wisconsin \/ USA \u201eDo han me noch ens sch\u00f6n gestorch&#8230;\u201c Hermann Lehmann Es war vor gut 150 Jahren, als eine starke Auswanderungswelle aus der Eifel in die USA&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/beitrag-im-jahrbuch-2010-der-stadt-adenau\/\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":79,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-106","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-archiv"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-06 15:08:41","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category"},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=106"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":107,"href":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106\/revisions\/107"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/79"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/heimatverein-adenau.de\/_wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}